Ziel: Untersuchung der bidirektionalen kausalen Beziehung zwischen Verstopfung und Pneumonie mittels bidirektionaler, zweistichproben Mendelscher Randomisierung (MR), um den potenziellen Zusammenhang aus neuer Perspektive zu verstehen. Methoden: Datensätze zu Verstopfung und Pneumonie wurden von der Webseite der genomweiten Assoziationsstudie (GWAS) ausgewählt, beide aus dem Jahr 2021 für die europäische Bevölkerung. Die Daten zu Verstopfung enthielten 411.623 Proben und 24.176.599 Einzelnukleotid-Polymorphismen (SNP); die Pneumonie-Daten enthielten 480.299 Proben und 24.174.646 SNP. Die Studie verwendete die Inverse-Varianz-Gewichtete Methode (IVW) als Hauptanalysemethode für MR, ergänzt durch gewichteten Median, einfaches Modell, gewichtetes Modell und MR-Egger-Regression, sowie eine Sensitivitätsanalyse zur Bewertung der Robustheit der Ergebnisse. Ergebnisse: Insgesamt wurden 17 SNPs mit hoher Korrelation zur Verstopfung und 12 SNPs mit hoher Korrelation zur Pneumonie eingeschlossen. In der vorwärtsgerichteten MR-Analyse zeigten die IVW-Ergebnisse, dass Verstopfung das Risiko für Pneumonie erhöht [Odds Ratio (OR)=1,143, 95%-Konfidenzintervall (95%CI) [1,045, 1,249], P=0,003]; MR-Egger-Regression, einfaches Modell, gewichtetes Modell und gewichteter Median unterstützten dieses Ergebnis (P<0,05). In der rückwärtsgerichteten MR-Analyse zeigten die IVW-Ergebnisse, dass Pneumonie das Risiko für Verstopfung nicht erhöht (OR=1,138, 95%CI [0,974, 1,329], P=0,103); MR-Egger-Regression, einfaches Modell, gewichtetes Modell und gewichteter Median unterstützten ebenfalls dieses Ergebnis. Fazit: Diese Studie bestätigt mittels bidirektionaler, zweistichproben MR-Analyse aus genetischer Variationsperspektive eine kausale Beziehung zwischen Verstopfung und Pneumonie, während eine solche Beziehung in umgekehrter Richtung nicht eindeutig besteht. Die Studie unterstützt die klinische Diagnostik und Behandlung von Verstopfung und Pneumonie und liefert eine Referenz für die Erforschung der Pathogenese zwischen beiden.