Dieser Artikel führt eine systematische Untersuchung zur historischen Entwicklung von Bambus-Saft-Materialien durch, basierend auf der Durchsicht klassischer Kräuterbücher, Rezepturen und medizinischer Literatur verschiedener Epochen sowie moderner relevanter Dokumente. Es werden Aspekte wie Name, botanische Herkunft, Anbaugebiet, Ernte und Verarbeitung, Qualität, Wirkungen und Anwendungsbereiche des Bambussafts betrachtet. Die Studie bietet Referenzen für die Entwicklung und Nutzung klassischer Rezepturen mit Bambussaft. Es wurde festgestellt, dass Bambussaft erstmals in der „Shennong Bencao Jing“ der Han-Dynastie erwähnt wurde, und über die Jahrhunderte als korrekter Name verwendet wurde, mit weiteren Synonymen wie Bambussaft, Bambusöl und Feuerquelle. Die primären Quellen stammen von Phyllostachys nigra var. henonis (blasser Bambus), wobei auch Pleioblastus amarus (bitterer Bambus) und Bambusa emeiensis medizinisch verwendet werden. Die antiken Erntegebiete lagen hauptsächlich in Yizhou (heutiges Chengdu und Umgebung in Sichuan) und Wuling (zwischen den Provinzen Hunan, Guangdong, Guangxi und Jiangxi). Moderne Ernte erfolgt hauptsächlich südlich des Jangtse-Beckens und im Südwesten Chinas. Historisch wurde die Ernte auf einjährigen Bambus fokussiert, heutzutage ist eine ganzjährige Ernte ohne klare Altersbegrenzung üblich. Die traditionelle Herstellung umfasste Direktfeuer-Röstung und trockene Destillation; in der modernen Industrie werden Trockendestillation, Rückflussextraktion, Filtrationsmethoden und weitere Verfahren angewandt. Bei der Qualitätsbeurteilung galt früher „süßer Geschmack“ als überlegen, heute wird transparente Farbe bevorzugt. Die geschmacklichen Eigenschaften des Bambussafts waren historisch süß und kalt, mit Zugehörigkeit zu Lunge und Magen, und die Wirkungen reichten von Hitzereduktion und Phlegmlösung bis hin zur Yin-Nährung, Befeuchtung von Trockenheit und Muskelentspannung. Heute ist der Geschmack süß, bitter und kalt, den Herz-, Leber- und Lungen-Meridianen zugeordnet, mit Wirkungen zur Hitzereduktion, Phlegmlösung, Öffnung der Körperöffnungen, Behandlung von Schlaganfall mit Phlegm-Stau, Lungenhitze mit Phlegm, Krämpfen, Epilepsie, Fieberkrankheiten mit vermehrtem Schleim, hohem Fieber, Durst, kindlicher Unruhe und Wundstarrkrampf. Basierend auf den Forschungsergebnissen wird empfohlen, bei der Entwicklung klassischer Formeln mit Bambussaft einjähriges Phyllostachys nigra var. henonis als Ausgangsmaterial zu verwenden, die Trockendestillation für die industrielle Produktion anzuwenden und moderne technische Untersuchungen mit Fokus auf die traditionelle „süße Geschmacks“-Qualitätskontrolle durchzuführen, um angemessene moderne Qualitätsstandards zu etablieren.