Ziel ist die Untersuchung der Wirkung und des Mechanismus von Taishan Panshi Pulver (TSPSP) zur Hemmung oxidativen Stresses in menschlichen Trophoblastzellen (HTR-8/SVneo) sowie das Verständnis des Wirkmechanismus von TSPSP bei Spontanaborten (SA). Methoden verwendeten die klinische Datenbank (GEO) zur Gen-Differenzanalyse bei SA und deren Verbindung mit oxidativem Stress. Mittels Netzpharmakologie wurden aktive TSPSP-Komponenten ausgewählt und ein "Chinesisches Medizin-Komponente-Ziel-Krankheit"-Netzwerk zum Vorhersagen des Wirkmechanismus von TSPSP erstellt. In vitro wurden HTR-8/SVneo Trophoblastzellen in Kontroll-, Modell-, TSPSP-Medizinserum-Gruppen (2,5%, 5%, 10%) und eine Nrf2-Inhibitor-Gruppe (ML385, 30 μmol/L) eingeteilt. Mit Ausnahme der Kontrollgruppe erhielten die anderen Gruppen 150 μmol/L H2O2 zur Stimulation oxidativen Zellschadens für 3 Stunden. Nach erfolgreicher Modellierung erhielten Kontroll- und Modellgruppen 10% Kontrollserum, während TSPSP-Gruppen entsprechend konzentriertes Medizinserum erhielten. Der Nrf2-Inhibitorgruppe wurde zusätzlich 30 μmol/L ML385 zu 10% TSPSP-Serum gegeben. Die Zellen wurden 24 h kultiviert und Proben für Nachuntersuchungen gesammelt. Zellproliferationsaktivität wurde mittels CCK-8 gemessen; Zellmigration mit Wundheilungs-Assay; Malondialdehyd (MDA), Fe2+ und Glutathion (GSH) mittels ELISA bestimmt; zelluläre reaktive Sauerstoffspezies (ROS) mit DCF-DA Fluoreszenzsonde ermittelt; KEAP1, Nrf2, FoxO3 Protein- und mRNA-Expression über Immunfluoreszenz (IF) und Echtzeit-PCR bestimmt; Proteinexpression von KEAP1, Nrf2, FoxO3, GPX4 und SOD mittels Western Blot analysiert. Ergebnisse der GEO-Datenbank (GSE76862 und GSE22490) zeigten, dass KEAP1-, Nrf2- und FoxO3-Gene mit der Krankheit assoziiert sind; neun signifikant differentielle Signalwege (P<0,05) wurden identifiziert, darunter drei mit den Zielgenen Nrf2 und FoxO3. Mittels Netzpharmakologie wurden 246 TSPSP-Wirkstoffziele und 2804 SA-bezogene Ziele ermittelt, 154 potenzielle gemeinsame Zielmengen. Topologische Analyse zeigte hohe Knotendegrees für KEAP1, Nrf2 u.a.; GO- und KEGG-Anreicherungsanalysen zeigten, dass die gemeinsamen Ziele hauptsächlich oxidative Stressreaktionen, FoxO- und MAPK-Signalwege betreffen. In vitro war die Zellviabilität der Modellgruppe signifikant niedriger als die der Kontrollgruppe (P<0,01); TSPSP-Gruppen zeigten signifikant erhöhte Zellviabilität (P<0,01); ML385 reduzierte die Zellviabilität auf ca. 70% des 10%-TSPSP-Serums (P<0,01). Im Modell stiegen MDA, Fe2+ und ROS signifikant an, GSH nahm ab (P<0,01), Zellmigration war vermindert, KEAP1- und FoxO3-Protein und mRNA-Expression waren erhöht (P<0,01), Nrf2, GPX4 und SOD waren vermindert (P<0,01). Im Vergleich zur Modellgruppe senkten TSPSP-Gruppen MDA, Fe2+ und ROS signifikant, erhöhten GSH und Migration, reduzierten KEAP1 und FoxO3 signifikant und erhöhten Nrf2, GPX4 und SOD (P<0,05, P<0,01). ML385 kehrte diese Trends um (P<0,05, P<0,01). Fazit: TSPSP kann H2O2-induzierte oxidative Schäden in Trophoblastzellen hemmen, vermutlich durch Aktivierung des KEAP1/Nrf2/FoxO3-Signalwegs.